Florenz ist die Hauptstadt der Toskana mit ca. einer halben Million Einwohner. Die Stadt liegt am Arno, am Fuße des Appenins.
Der kulturelle und architektonische Eindruck Florenz` ist überwältigend. Die Museen, Palazzi und Kirchen besitzen vermutlich mehr Kunst als jede andere Stadt Europas, was in erster Linie auf die künstlerische und architektonische Explosion während der Renaissance zurückzuführen ist, die Florenz nach wie vor darstellt.
Florenz ist als Geburtsort der Renaissance berühmt. Vom frühen 15. Jh. an, arbeiteten einige der bedeutendsten Künstler aller Zeiten in der Stadt. Viele ihrer Meisterstücke sind hier zu Hause und Florenz gilt als Ziel der Kunst-Liebhaber aus aller Welt. Die Museen von Florenz bieten ein umfangreiches und vielschichtiges Angebot. Die Ausstellungen zeigen Kunst und Geschichte, Völkerkunde und Traditionen, Reliquien sowie hervorragende Beispiele von Handwerkskunst, religiöse Abbilder und klassische Mythen der Antike, die ältesten Antiquitäten und die zeitgenössischste Moderne….
Die Hügel, die Florenz umgeben, werden geschmückt von zahlreichen eindrucksvollen, alten Villen längs malerischer Landstraßen, von mittelalterlichen Weilern in herrlichen Lagen und von restaurierten, friedlichen Dörfern. Seit Jahrhunderten zieht diese Landschaft Besucher an – einige als Reisende, andere machten die Toskana zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Die Römische Kolonie Florentia am Fluss Arno wurde 59 v.C. von Julius Cäsar gegründet. Zu jener Zeit war der Fluss vom Mittelmeer bis zur Kolonie schiffbar, was einen entscheidenden Faktor für das wirtschaftliche Wachstum der Römischen Stadt darstellte. Im 3. Jh. n.C. zählte die Stadt bereits mehr als 10.000 Einwohner.
Die Comune Florenz geht auf die ersten Jahrzehnte des 12. Jhs. zurück. Florentiner Stoff-Händler und Geldverleiher florierten unter dieser Regierung.
Das politische Leben im 13. Jh. wurde vom langen Kampf zwischen den papstnahen Guelfen und den kaisernahen Ghibellinen beherrscht. Florentiner Bankiers erfanden das Akkredit, um den Händlern ihrer Stadt die Geschäfte im Ausland zu ermöglichen. Die Florentiner Münze Florin war in ganz Europa als Valuta anerkannt. Die Toskanischen Städte Pisa, Pistoia, Siena fielen aufgrund ihrer Niederlagen unter die Herrschaft von Florenz.
Am Anfang des 14. Jhs. gehörte Florenz zu den fünf größten Städten Europas mit einer Einwohnerzahl von ca. 100.000.
1382 wurde eine oligarchische Regierungsform gegründet, die vierzig Jahre dauern sollte. Direkter Seezugang konnte aufgrund der Eroberung Pisas im Jahr 1406 erlangt werden.
Zu Beginn des 15. Jhs. stieg Florenz zum intellektuellen und künstlerischen Zentrum Europas auf. Ein neues Kunstverständnis stellt die Geburt der Renaissance dar. Die herzogliche Macht der Medici begann 1537 mit der langen despotischen Regierung Cosimos I. Aufgrund seiner aktiven Herrschaft erlangte die Toskana Unabhängigkeit von Papst und Kaiser.
Während der letzten Jahrzehnte des 16. Jhs. wurden zahlreiche Kunst- und Architekturwerke kommissioniert und die Uffizien gegründet.
Die Toskana fiel dann unter die Herrschaft des österreichischen Kaiserhauses, die bis 1859 anhielt.
1860 gehörte die Toskana dann zum vereinten Italien und von 1865 bis 1870 war Florenz die Hauptstadt des Königreichs Italien.
Panzano in Chianti
Der kleine Ort mit etruskischen Ursprüngen liegt an der Chiantigiana-Straße (SR222) zwischen Greve und Castellina.
Dieses quirlige kleine Chianti-Zentrum erlebte in längst vergangenen Jahrhunderte blutige Ausschreitungen zwischen Florenz und Siena. Das Gebiet genießt ausgezeichnete klimatische Bedingungen für Mensch und Natur. Der Weinanbau erfreut sich bester Sonnenausrichtung und einer idealen Höhenlage zwischen 400 und 500 m ü.M.
Während der zweiten Hälfte des 10. Jh. begannen die adeligen Großgrundbesitzer des Chianti mit der Errichtung von Burgen oder Fortifikationen, die ihre Besitztümer verteidigen sollten.
Den Höhepunkt fand die Architektur dieser Befestigungen in den ersten Jahrzehnten des 12. Jhs. Eine dieser Fortifikationen ist die Burg in Panzano. Die Adeligen, die den Platz für die Errichtung der Burg – nämlich den Hügel gegenüber der Kirche San Leolino - wählten, gehörten vermutlich zur Familie Firidolfi. Die Lage war für die Verteidigung hervorragend geeignet. Innerhalb kurzer Zeit wuchs die Einwohnerzahl stark an und die Burg wurde ein Machtzentrum nicht zuletzt aufgrund seiner Lage am höchsten Punkt zwischen dem Greve- und Pesa-Tal.
In den ersten Jahren des 14. Jhs., wandelte die Stadt Florenz die Verwaltung ihrer Ländereien in autonome Zuständigkeitsbereiche, die so genannten Ligen. Die Burg in Panzano gehörte zur „Liga des Greve-Tals“ in der sie eine dominante Rolle einnahm: Die Siedlung zählte die meisten Einwohner der Gegend und die Florentinische Republik teilte der Burg die Rolle eines Beobachtungspostens in Kriegszeiten zu. In der Tat war Panzano häufig in Kriegswirren verwickelt, da die häufigen Kontroversen zwischen Florenz und Siena an diesem südlichsten Punkt des Florentiner Staates ausgetragen wurden.
Im 15. Jh. litt das Chianti-Gebiet unter zwei verheerenden Invasionen seitens der Aragonesen. Panzano war die letzte Bastion der Florentiner Verteidigung, doch die Burg wurde im Gegensatz zur umliegenden Gegend kaum beschädigt.
Nach dem Fall der Sienesischen Republik im Jahr 1555, verlor der Verteidungs-Aspekt seine Bedeutung. Die Fortifikationen, die die Burg in Panzano zum bedeutendsten Fort der Chianti-Liga machten, wurden nach und nach demontiert und in Gehöfte verwandelt. Die Burgmauern und zwei der ursprünglichen Ecktürme sind auch heute noch zu sehen. Einer der Türme dient heute als Glockenturm der Pfarrkirche. Der zweite und eindrucksvollere, ist in Privatbesitz.
Der Stil zahlreicher architektonischer Elemente (Bedeutung der Mauern aus regelmäßigen Kalkstein- und Tuffsteinreihen, Bogen des Eingangsportals, Rundbögen der Turmfenster) in den noch sichtbaren Strukturen, lässt darauf schließen, dass die Burg im 13. Jh. errichtet wurde. In späteren Jahren wuchs das Dorf am Fuße der Burg zu einer bedeutenden Siedlung.
Heute wie damals, liegt die Pfarrkirche Santa Maria Assunta in Cielo im Burgbereich, die zwischen dem 19. und 20. Jh. an der Stelle einer früheren Kirche aus dem späten Mittelalter errichtet wurde. Die heutige Kirche birgt einige Kunstwerke des mittelalterlichen Pfarrhauses.
Die Kirche San Leolino (Panzano in Chianti)
Längs der Regionalstraße SR 222 von Siena kommend, ca. 1 km vor Panzano, führt eine kleine Straße rechts zur romanischen Pieve di San Leolino mit ihrem eleganten Portico aus dem 16. Jh. hinauf.
Die Kirche birgt zahlreiche Kunstwerke: Das Altarbild „Madonna und Kind mit Heiligen“ aus dem 13. Jh. wird dem Florentinischen Maler Meliore di Jacopo zugeschrieben; das Gemälde „Madonna und Kind“ des „Maestro di Panzano“ und das herrliche Triptychon „Madonna und Kind mit Heiligen“ des Florentiners Mariotto di Nardo aus dem Jahr 1421.
Eine Etruskische Stele, die unweit der Pfarrkirche San Leolino entdeckt wurde, ist der bedeutendste archäologische Fund, der je im Chianti zwischen dem Pesa- und Greve-Tal gemacht wurde.
Die Stele bezeugt die Existenz etruskischer Siedlungen in der Gegend.
Nach den Etruskern kamen die Römer. Zeugnis davon sind sporadische archäologische Elemente der klassischen Periode, sowie ein linguistisches Erbe, wie zahlreiche Ortsnamen der Gegend beweisen.
Die ursprüngliche Kirche San Leolino stammt vermutlich aus dem 8. oder 9. Jh., als sich die Chianti-Bevölkerung in kleinen Dörfern und Kommunen sammelte. Ein Dokument aus dem Jahr 982 gilt als der erste Hinweis auf das Dorf „Flacciano“, das im Tal zwischen Panzano und San Leolino lag.
Während des 11. Jh. wurde San Leolino im romanischen Stil neu gebaut. Der Grundriss zeigt drei Schiffe, die durch sechs Bögen getrennt sind. Die Kirche ist arm an dekorativen Elementen, abgesehen vom einfachen, abgerundeten Sims am Säulenende. Einige architektonische Elemente änderten sich in San Leolino während des 16. Jhs.: Die Fassade wurde verputzt, das Portal erhielt einen Steinrahmen, ein Portico sowie ein eleganter Kampanile wurden errichtet. Weitere „Modernisierungen“ wurden im gleichen Zeitraum vorgenommen, jedoch während den Renovierungen in den Jahren 1942-43 entfernt.
Das Oratorium Sant`Eufrosino – Panzano in Chianti
Der Kult um den Heiligen ist seit den frühen Jahren des 12. Jhs. dokumentiert und bezeugt seinen vermutlichen Einfluss auf die Christianisierung des Chianti.
Der Struktur des Oratoriums ist einfach, rechteckig, weitläufig und ist auf das 15. Jh. zurückzuführen. Im 16. Jh. wurden einige architektonische Veränderungen vorgenommen, wie z.B. der Stein-Schrein, der die Relikte des Heiligen birgt.
Die Kirche wurde vermutlich am Ende des 17. Jh. erneut verschönert: ein leichter Portico ziert die Außenfront, Sienesische Gemälde bereicherten das Innendekor und verschiedenes Reliquiar von Sant`Eufrosino wurde hinzugefügt. Neuere Funde bestätigen die historische Existenz von Sant`Eufrosino und unterstreichen die Hypothese, dass der Heilige ein orientalischer Missionar war, der den Chianti während der ersten Hälfte des 7. Jh. bekehrte.
Unweit des Oratoriums, am Ende eines Pfades, steht ein kleiner Schrein, der dem Heiligen und seinen Heilwassern gewidmet ist. Man sagt, er hätte einst in dieser Quelle gebadet und dem Wasser therapeutische Qualitäten verliehen.
Badia a Passignano
Zwischen Panzano in Chianti und Sambuca, liegt die herrliche Badia a Passignano mit ihrem Turm und der Kirche San Biagio, die Fresken-Reste aus dem 6. Jh. birgt.
Die 1049 gegründete Abtei wurde als eindrucksvolles, befestigtes Kloster errichtet, das eine einschiffige Kirche einschließt. Im Inneren befinden sich Affresken und bedeutende Gemälde, wie z.B. die Affresken von Domenico Cresti (genannt „Passignano“) in der Hauptkapelle sowie die Gemälde des Hl. Giovanni Gualberto, dem die Kapelle gewidmet ist. Das Kloster ist noch heute von den Vallombrosa-Mönchen bewohnt.
Greve in Chianti
Der Ort liegt an der „Chiantigiana“-Weinstraße SR 222, ca. 25 km südlich von Florenz.
Der berühmte Seefahrer Giovanni da Verrazzano wurde auf dem Familienbesitz unweit von Greve in Chianti geboren. Die heutige Bevölkerung von Greve ist in erster Linie im Weinbau und Tourismus beschäftigt.
Greve in Chianti wurde als einstiger Marktplatz an einer bedeutenden Straßenkreuzung gegründet, die den Chianti mit dem Oberen Arno-Tal verband. Heute noch rühmt sich Greve seines eindrucksvollen, trichterförmigen Hauptplatzes mit dem Portico, unter dem einst die Waren angeboten wurden.
An der Breitseite der Piazza befindet sich die Kirche Santa Croce mit dem Triptychon „Madonna mit Heiligen“ aus dem 15. Jh., des Florentiners Bicci di Lorenzo.
Das bedeutendste Sakralgebäude in der Umgebung von Greve ist die architektonisch bedeutende Pfarrkirche San Cresci (10.-12. Jh.). Die Landschaft um Greve in Chianti ist berühmt für ihre Schönheit, während der Ort stolz ist auf seine Piazza Matteotti aus dem 19. Jh., die Laubengänge sowie die kleine Piazza Santa Croce.
Castello di Montefioralle – Greve in Chianti
Der befestigte Weiler mit seinem einzigartigen Rundgang, an dem die mittelalterlichen Häuser liegen, dominiert über das Greve-Tal. Im Ort neben dem antiken Kastell, befindet sich die Kirche Santo Stefano mit bemerkenswerten Kunstwerken: „Madonna mit Kind“ aus dem späten 13. Jh. der Florentinischen Schule, sowie die „Trinität und Heilige“ aus dem 15. Jh. von Neri di Bicci.
Castellina in Chianti
Der kleine Ort liegt längs der Chiantigiana-Weinstraße SR 222 auf der Anhöhe, die das Pesa-Tal vom Staggia-Tal trennt und bietet einzigartige Ausblicke auf die umliegende Landschaft.
Die Befestigung sowie die einst für militärische Zwecke genützte „Via delle Volte“ gehen auf das Mittelalter zurück. Zahlreiche etruskische Gräber zeugen von den Siedlungen dieses heute noch als mysteriös angesehenen Volkes.
Ursprünge Castellina in Chianti besitzt historische und adelige Ursprünge. Im 13. Jh. wurde der Ort vermutlich auf römischen Resten errichtet. Der Name Castellina in Chianti dei Trebbiesi ehrt eine adelige Familie der Umgebung und ist mit sowohl mit der Geschichte von Florenz als auch mit der religiösen Geschichte von Fiesole verbunden. Der Ort gehörte zur Chianti Liga und genoss aufgrund seiner Lage nahe an Siena strategische Bedeutung. Der Charakter des 14. / 15. Jh. wird durch die sakralen Bauten und in erster Linie durch die Pfarrkirche San Salvatore hervorgehoben.











